Cyprianus von Karthago (Caecilius Cyprianus Thascius)

Namenstage: Cyprian

Funktion: Heiliger, Bischof von Karthago, Märtyrer, Kirchenlehrer, Kanonheiliger

Gedenktag: 16. September

orthodoxe Ostkirchen 31. August

Patronat: gegen Pest
besonders verehrt in Afrika, Spanien und Rom

Thascius Caecilius Cyprianus wurde um 200 in Karthago (heute Tunesien) als Sohn einer reichen Familie geboren. Er war als guter Redner und Anwalt bekannt und wandte sich erst spät dem Christentum zu. Zu Ostern 246 empfing er die Taufe und verschenkte seinen Besitz. Kurz darauf wurde er schon zum Priester geweiht, 248 erhob man ihn – gegen seinen Widerstand – zum Bischof von Karthago, eine hervorragende Position unter den 150 afrikanischen Bischöfen.
250 begannen überall im Reich die Christenverfolgungen des Kaisers Decius. Cyprianus verließ die Stadt, hielt aber über Briefe Kontakt mit seiner Gemeinde. Nachdem unter Kaiser Gallus 251 die Verfolgungen beendet worden waren, konnte er zurückkehren.
Als 252 die Pest in Nordafrika wütete, veranlasste Cyprianus seine Gemeinde, nicht wie die anderen Bewohner die Stadt zu verlassen, sondern sich aus Nächstenliebe um die Erkrankten zu kümmern. Dass dabei kein Unterschied zwischen Christen und Heiden gemacht wurde, trug ihm die Anerkennung und Bewunderung auch der Nicht-Christen ein.
In der Zeit der Verfolgungen hatten viele aus Furcht ihren Glauben widerrufen. Nun musste die Kirche entscheiden, wie mit den vom Glauben Abgefallenen zu verfahren sei. Cyprianus plädierte hier ebenso wie Papst Cornelius für Milde.
Schwieriger war das Problem, ob die Ketzertaufe, d. h. die Taufe durch ketzerische Gemeinden oder Priester, Gültigkeit behalten sollte. Cyprianus lehnte dies ab und überwarf sich 255 in dieser Frage mit Papst Stephan I. (Heiliger). In seinemWerk »De unitate Ecclesiae« legt er seinen Standpunkt dar: »Der kann Gott nicht zum Vater haben, wer die Kirche nicht zur Mutter hat« (De unit. Eccles. c. 6). Auf mehreren Synoden in den Jahren 253–56 versuchte Cyprianus, die Einheit der nordafrikanischen Gemeinde wiederherzustellen.
Als es unter Kaiser Valerian wieder zu Verfolgungen kam, wurde Cyprianus im Jahre 257 in die Stadt Curubis (Kurba, heute Tunesien) verbannt. Im Jahr darauf klagte ihn der Proconsul Maximus an, verurteilte ihn zum Tode und ließ ihn auf dem Landgut des Sextius bei Karthago am 14. September enthaupten. Vor dem Streich des Henkers soll er diesem noch einige Goldstücke gegeben haben, froh darüber, dass er ihm das Himmelstor öffnen würde.
Der Leichnam wurde noch in der selben Nacht an der Straße von Mappale bestattet, bald darauf wurde an dieser Stelle eine Kirche erbaut, eine weitere am Platz der Hinrichtung.
Um 800 brachten Gesandte Karls des Großen (König ab 768, Kaiser 800–14; Heiliger), die auf dem Rückweg vom persischen Hof waren, Cyprianus’ Gebeine nach Arles (Südfrankreich), von wo aus sie später nach Lyon und in andere Städte umgebettet wurden. Das Haupt des Heiligen befindet sich in der Benediktinerreichsabtei Kornelimünster (heute ein Stadtteil von Aachen).
Cyprianus ist Kanonheiliger, d.h. ein Heiliger der katholischen Kirche, dessen Name im Messkanon, dem Hochgebet, genannt wird.
Cyprianus hat sich insbesondere um die Einheit der Kirche in Nordafrika verdient gemacht und zahlreiche theoretische Schriften zu diesem und anderen Themen hinterlassen, u. a. »De unitate Ecclesiae«, »De bono patientiae«, »Epistola ad donatum de Gratia Dei«, »De zelo et livore« und »Epistola de exhortatione martyri«. Einige seiner Gedanken wurden von Augustinus von Hippo (343–430; Heiliger) und mehr als 1.250 Jahre später von Martin Luther und Johannes Calvin wieder aufgegriffen.

Darstellung: als Bischof im Ornat

Attribute: Mitra, Stab; Buch (Gelehrsamkeit); Palmzweig, Schwert (Martyrium)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010