Bedeutung der Symbole und Zeichen

 

Bedeutung der Symbole

Zeichen und Symbole der Trauung
Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente und heilende Zeichen, die in ihrer Symbolik zum Teil eine jahrtausendelange Tradition haben. Oft stammen sie aus dem Alltag des Volkes Israels. Symbole sind Bilder und sprechende Zeichen, die uns leibhaftig und sinnlich verdeutlichen wollen, was über das materielle Leben hinausreicht. In der Feier der Trauung sind viele Symbole enthalten, die Sie schon von anderen Sakramenten her kennen:
Festliche Kleidung
Zu einem Fest wie der Hochzeit gehört in allen Kulturen eine besondere Kleidung. Mit der Farbe Weiß des Brautkleides und des Anzughemdes verbinden wir einmal die Freude an der Auferstehung Christi, zum anderen Licht, Leben und Lauterkeit. Seit der Zeit der Urchristen ist die Farbe des Taufkleides (später auch die Farbe der Kleidung zur Erstkommunion, Hochzeit, Klostereintritt und Tod) weiß gewesen, ein Zeichen, dass etwas Neues beginnt und Gott uns alle Fehler vergibt. Die schwarze Kleidung (Anzug des Bräutigams) drückt Festlichkeit, Feierlichkeit und Erhabenheit aus. Die Farbe weiß als Zeichen der Jungfräulichkeit gilt heutzutage als überholt, daher ist auch die Wahl einer anderen Farbe grundsätzlich möglich.
 
 
Brautstrauß
Blumen und Kräuter sind Zeichen des Lebens, der Heilung und der Liebe. Bei der Hochzeit sind sie ein Symbol für Leben, Liebe und gute Wünsche. Früher galten Rosmarin und Myrte als besondere Hochzeitspflanzen. Im Mittelalter schrieb man Rosmarin die Kraft zu, böse Geister zu bannen. Darum trug die Braut einen Rosmarinkranz, bis die südländische Myrte ihn in dieser Bedeutung ablöste.
 
Braut- oder Hochzeitskerze
„Ich bin das Licht der Welt", sagt Christus von sich. Daran anknüpfend steht in jedem katholischen Kirchenraum die Osterkerze, welche an Christi Liebe und seinen Einsatz für die Menschen erinnert. Diese Kerze begleitet die Gemeinde durch das Kirchenjahr. An ihr werden die Taufkerze und die Kommunionkerze sowie die Braut- oder Hochzeitskerze entzündet. Seit dem Mittelalter gehört die Kerze als Symbol der Liebe, die hell und warm macht, zur Trauungsfeier. Mit dem Psalmwort: „Du bist meinem Fuß eine Leuchte und ein Licht auf meinem Weg", sagt sie dem Brautpaar Gottes Begleitung auf seinem Eheweg zu. Am Hochzeitstag und an weiteren Familienfesten kann die Braut- oder Hochzeitskerze angezündet werden. Sie kann auch beim Einzug in die Kirche hineingetragen werden und während des Festes brennen. Häufig ist sie mit den Zeichen Kreuz, Ringe, dem Datum der Trauung, den Namen des Brautpaares oder dem Trauspruch, den das Paar sich ausgesucht hat, geziert. Hat ein Brautpaar ein eigenes Zeichen oder Bild, das in ihrer bisherigen Beziehung eine besondere Rolle gespielt hat, kann auch dieses auf der Braut- oder Hochzeitskerze seinen Platz finden.
Ringe
Im Altertum kennen wir als Symbol ein Medaillon, das in der Mitte zerbrochen wurde und jede/r Freund/in bekam eine Hälfte davon. Dies sollte ein Zeichen sein, dass die Partner nur gemeinsam ein Ganzes bilden. Ursprünglich war dann die Überreichung der Ringe das wichtigste Zeichen der Verlobungsfeier und besiegelte den Ehevertrag. Seit Papst Nikolaus (um 800) wurde der Ehering zum Sinnbild der Treue, der Beständigkeit und der ehelichen Bindung und weist auf die Unendlichkeit hin. So wie der Ring keinen Anfang und kein Ende hat, so soll die Beziehung des Paares und der Bund Gottes mit den Menschen ewig währen.
 
Weihwasser
Die Besprengung der Ringe mit Weihwasser erinnert an die Taufe, den Bund Gottes mit den Menschen. Das Weihwasser, das oftmals beim Eintreten in eine katholische Kirche an diese Taufe erinnern soll, ist ein Zeichen für Leben. Da im Orient Wasser eine seltene und kostbare Gabe war, spielte das Untertauchen in das „Wasser des Lebens“ bei der Taufe für die frühen Christen eine große Rolle. Es wurde die Zusage damit verbunden, der Mensch solle so froh und glücklich werden wie der Fisch im Wasser.
 
Handreichung/Handauflegung
Das Reichen der rechten Hände besiegelt seit der Antike einen rechtsgültigen Vertrag. In der Trauung bekräftigt die Handreichung den Bund, den Braut und Bräutigam miteinander schließen. Zur Bestätigung legt der Priester oder Diakon die Stola um die Hände der Brautleute und bekundet: Vor Gott und der Welt schließt ihr euren Bund. Gott sagt euch seinen Segen zu. Zum Zeichen dafür kann der Zelebrant die Hände auflegen.
 
Segen – „Benedicere“ – Wohlwollen zusagen
Beim Segensgebet über die Neuvermählten wird die Kraft Gottes auf die Brautleute herabgerufen. Sie wissen, dass sie ihr Leben nicht alleine bewältigen müssen, sondern dass Gott mit ihnen geht auf ihrem Eheweg.