Lothar I.

Namenstage: Lothar

Funktion: Seliger, Kaiser, Benediktiner

Gedenktag: 29. Dezember

Lothar, 795 als ältester Sohn Kaiser Ludwigs des Frommen (Heiliger) und Enkel Karls des Großen geboren, versuchte nach dem Tod seines Vaters 840 in heftigen Auseinandersetzungen mit seinen Brüdern, die Einheit des Fränkischen Reiches zu erhalten.
Sein Bruder Ludwig (der Deutsche) und ihr gemeinsamer Halbbruder Karl (der Kahle) schlugen ihn jedoch bei Fontenoy in Burgund am 25. Juni 841. Im Vertrag von Verdun zwei Jahre später beließ man Lothar die Kaiserwürde und sprach ihm Italien, Burgund und die Länder zwischen Rhein, Maas und Schelde bis an die Nordsee mit den beiden Hauptstädten Rom und Aachen zu. Das Kernland des als Lotharingien bekannten Reiches ist bis heute nach ihm benannt. 848 plünderten die Sarazenen seine italienischen Gebiete, und im Norden seines Reiches musste er sich der Wikinger erwehren.
Erschöpft an Körper und Geist, zog er sich in die Abtei Prüm (in der Eifel) zurück, wo er bald darauf, am 29. September 855, starb. Zuvor hatte er sein Reich unter seine Söhne verteilt: Ludwig II. erhielt die Kaiserkrone und Italien, Lothar II. das nördliche Lotharingien und Karl Burgund und die Provence.
870 bereits wurde das gesamte Lotharingien im Vertrag von Meersen zwischen dem westlichen und dem östlichen Frankenreich aufgeteilt. Karl dem Dicken gelang es zwar noch einmal, das Reich von 885 bis 887 zu vereinen, doch 888 zerbrach es endgültig; dies war die Geburtsstunde der späteren Staaten Frankreich und Deutschland.

Darstellung: in fürstlichen Gewändern oder als Mönch

Attribut: (abgelegte) Krone

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010