Maria (Gottesmutter)
Namenstage: Maria, Maike, Mareike, Marianne, Marlene, Marion, Marlies
Funktion: Heilige, Mutter Jesu
Gedenktag: 12. September
Mariä Geburt 8. September
Patronat: der Christenheit; Bayern; Erzbistum Köln; Bistümer Aachen, Speyer; Lausanne; der Köche, Gastwirte, Lebkuchenbäcker, Essigbrauer, Böttcher, Tuchscherer, Weber, Seidenfabrikanten, Kürschner, Töpfer, Schiffer; gegen Gewitter und Blitzschlag
Helferin in allen Nöten und Anliegen
Über das Leben Marias gibt es keine historischen Daten, sondern nur Berichte in den Evangelien des Neuen Testaments. Demnach wurde sie als Tochter des Joachim und der Anna in Jerusalem geboren und als Zwölfjährige mit dem Zimmermann Joseph verlobt. Eines Tages erschien ihr der Erzengel Gabriel und verkündete, dass sie Gottes Sohn gebären würde (Lukasevangelium 1, 26–38). Als Joseph von Marias Schwangerschaft erfuhr und an ihr zweifelte, erschien auch ihm ein Engel und erklärte ihm die geistgewirkte Empfängnis, d. h. Maria hatte vom Heiligen Geist empfangen und war dennoch jungfräulich geblieben.
Für eine Volkszählung mussten Joseph und seine Verlobte Maria nach Bethlehem reisen, wo Maria Jesus gebar. Nach dem heutigen Stand der Forschung war das im Jahr 7 v.Chr. Von Bethlehem aus musste die Heilige Familie zunächst vor der Verfolgung des Herodes nach Ägypten fliehen (Matthäusevangelium 2,13–18) und kehrte erst nach dessen Tod um 4 v.Chr. nach Nazareth zurück.
In der Bibel wird noch anlässlich der Hochzeit zu Kana (Johannesevangelium 2,1–12) und bei der Kreuzigung Jesu von Maria berichtet, als dieser sie seinem Lieblingsjünger Johannes anvertraute (Joh. 19, 25–27). Nach der Himmelfahrt Jesu soll Maria mit Johannes nach Ephesos an der Westküste Kleinasiens (heute Ruinenfeld bei Selçuk, Westtürkei) gereist sein. Nicht sicher ist, ob sie dort gestorben ist (vermutlich in den Jahren zwischen 50 und 54 n.Chr.). Möglich ist auch, dass sie in Jerusalem im Elternhaus des Evangelisten Markus starb, wo heute die Kirche Dormitio Sanctae Mariae steht.
Im Christentum wird Maria als Mutter Gottes und als wichtigste Fürsprecherin bei Gott an der Spitze der Heiligen hoch verehrt. Weltweit gibt es zahlreiche Marienwallfahrtsorte. Auch im Islam wird Maria als »Mutter des Propheten« verehrt.
In der katholischen Kirche sind einige Ereignisse im Leben der »Madonna« als Dogma (d. h. als Lehrsatz mit dem Anspruch unbedingter Gültigkeit) festgeschrieben. Dazu gehören die folgenden Aussagen: Maria als wahre Gottesmutter wurde selbst bereits ohne Erbsünde empfangen und hat Jesus jungfräulich durch den Heiligen Geist empfangen. Sie blieb auch ihr weiteres Leben lang jungfräulich und ohne Sünde und wurde mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen.
Zu ihrer Verehrung wurden sowohl in der Ost- als auch in der Westkirche eine Vielzahl von Marienfesten eingeführt, die sich auf Ereignisse in ihrem Leben beziehen. Dazu gehören vor allem das Fest ihrer Geburt (8. September), das der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember) sowie das ihres Todes und ihrer Himmelfahrt (15. August).
Darstellung: in zahlreichen Szenen ihres Lebens, vor allem mit dem Jesuskind; innerhalb der »Heiligen Sippe« (Joseph, Maria, Joachim, Anna und das Jesuskind)
Attribute: Engel, Jesuskind, Taube, Krone, Zepter, Mantel, Kreuz

Quelle: Herder-Verlag
