Kirchenführung-Peter-Paul

 

Führung durch die Kirche St. Peter und Paul:


Die Grundsteinlegung der Kirche St. Peter und Paul fand am 17.8.1873 statt. Eingeweiht wurde sie dann am 6.5.1877. Die neue Stadtpfarrkirche ist ein dreischiffiger gotischer Bau. Der Chor ist durch einen Querbau vom Hauptschiff getrennt, so dass das Kreuz die Grundform bildet. Die Kirche misst 60 Meter in der Länge und 24 Meter in der Breite. Im Tympanon (1) des Hauptportals (außen) ist eine Skulpturengruppe des Bildhauers Bauer in Konstanz. "Der Heiland umgeben von Hilfsbedürftigen, heilend, segnend und tröstend.” Auf einem Schriftband unter dieser Gruppe stehen die Worte: "Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid.”
Über dem Spitzbogen des Hauptportales steht das Bildnis der Gottesmutter als Porta Caeli: Himmelspforte. Über den beiden Seitenportalen stehen die Patrone der Kirche: Petrus und Paulus. Das Hauptschiff wird getragen von vier mächtigen Pfeilern. Dazu auf beiden Seiten je drei Rundsäulen (Monolithe), deren Kapitäle mit Farben und Blattgold gefasst wurden. Im Mittelschiff befinden sich 18 Fenster.
Die oberen Fenster im Hochschiff sind Lichtquellen.
 

Der Grundriss der Vierung ist ein Achteck, dessen Weiträumigkeit nach der jüngst durchgeführten Renovierung als überwältigend empfunden wird. In der Mitte steht der Zelebrationsaltar (3). Acht Säulen an kraftvollen Pfeilern tragen die weite Kuppel mit dem Netzgewölbe.                
                                                                                                                                
1. Hauptportal
2. Taufbecken
3. Zelebrationsaltar
4. Choraltar
5. Marienkapelle
6. Josefskapelle
7. Rieger-Orgel
8. Partnerschaftskreuz von Los Santos Inocentes (unschuldige Kinder) Partnergemeinde, Lima
9. Hl. Antonius von Padua
10. Hl. Sebastian
11. selige Sr. Ulrika (hat auch im Bühler Krankenhaus gewirkt)
12. Pietabildnis von Bildhauer Bach, Stuttgart, ausgeführt in Sulzer Sandstein
13. Barocke Kreuzigungsgruppe (stammt aus der alten Pfarrkirche)
14. Ölgemälde: Tod des Hl. Josef, 18. Jahrhundert
15. Fenstergruppe Chorraum (siehe Text)
16. Fensterdarstellung: jüngstes Gericht
17. Fensterdarstellung: Sakramente
 
 
 
Seit der Renovierung 1953 wird der Schlußstein von den Wappen der Erzdiözese Freiburg und der Stadt Bühl geschmückt. Am Ansatz der Kuppel sind vier Rundfenster, welche der Kuppel ihr Licht geben.
Das Chor ist ein halbes Oktogon (Achteck) mit fünf hohen Spitzbogenfenstern. Der Choraltar mit Tabernakel (4) stammt von Anton Kunz, Pforzheim. Die im Chorraum befindlichen Figuren stellen dar (von links): St. Konrad, den Schutzpatron der Erzdiözese; St. Petrus und Paulus, die Kirchenpatrone; den seligen Markgraf Bernhard von Baden. Zwischen Chor und Querschiff findet sich im abgeschrägten Winkel die Marienkapelle (5) und die Josefskapelle (6).
Die von Rieger erbaute Marien-Orgel (7) wurde am 31.10.1976 eingeweiht. Das Kunstwerk wurde zur Hundertjahrfeier erstellt. Sie umfasst 48 klingende Register auf 3 Manualen und Pedal, Schleifwindladen mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.
In den 50-er Jahren wurden alle Kirchenfenster von Professor Albert Burkart, München-Frankfurt, neu gestaltet, der auch den "Deutschen Einheitskatechismus” bebildert hat.
 
 
Die Grundidee der neuen Kirchenfenster ist: I. Im Chor der Kirche: Die Offenbarung Gottes im Alten und Neuen Testament. In den zwei äußersten Fenstern des Chores: sechs Einzeldarstellungen aus dem Alten Testament. Linkes Fenster, unten: Schöpfung - die Erschaffung des Menschen. Mitte: Sündenfall im Paradies. Oben: Vertreibung aus dem Paradies. Rechts Fenster, unten: Opfer des Melchisedech. Mitte: Eherne Schlange mit Heilung der Kranken. Oben: Opfer Isaaks durch Abraham.
Mittlere drei Chorfenster (15): Darstellungen aus dem Neuen Testament. Linkes Fenster, unten: Mariä Verkündigung. Mitte: Verkündigung der Geburt Christi durch einen Engel an die Hirten. Oben: Huldigung der heiligen Drei Könige.
Mittelfenster über dem Tabernakel: Unten: Heiliges Abendmahl. Mitte: Kreuzopfer Christi. Oben: Auferstehung Christi. Rechtes Fenster, unten: Der Auferstandene überträgt Petrus das oberste Hirtenamt. Mitte: Himmelfahrt Christi. Oben: Sendung des heiligen Geistes - Maria mit den Jüngern.
Seitenkapellen (5 u. 6):Hl. Mutter Anna, betend mit und für ihr Kind Maria. Hl. Joseph als Handwerker, arbeitend mit dem Jesusknaben.
 
 
Querschiff links (hinter der Orgel):
Maria mit dem Jesuskind. Ein Engel hält über ihrem Haupt die Himmelskrone.
Mitte links: Die Ährenleserin Ruth als Vorbild Mariens. Rechts: Judith, die starke Frau. In der unteren Partie: Die im Paradies verheißene zweite Eva, die der Schlange den Kopf zertritt. Daneben: Maria, die Mutter der Erlösten. In den vier Ecken Sinnbilder Mariens: "Arche des Bundes”, "Turm Davids”, Goldenes Haus” und "Elfenbeinerner Turm”.
 
Querschiff rechts:
Die Kirchenpatrone Petrus und Paulus mit ihren Symbolen. Petrus mit dem Schlüssel, Paulus mit der Schriftrolle und dem Schwert. Hinweis auf seine Briefe an die Gemeinden und sein Marthyrium. Neben Petrus und Paulus je ein Engel mit Schriftband. Darauf steht: Tu es Petrus - Du bist der Fels; und Scio cui credidi - Ich weiß, wem ich geglaubt habe. Darunter das Petrusschifflein mit dem Heiland und den Aposteln im Sturm auf dem Meere. Zwei Seeungeheuer bedrohen das Schiff. Sinnbild für die immer wieder bedrängte Kirche in den Stürmen der Zeiten. In den vier Ecken dieses Bildes rechts oben das Sinnbild des Hl. Geistes für Petrus und seine Nachfolger: rechts unten drei Kronen, ein Hinweis auf das dreifache Papstamt (Lehramt, Hirtenamt, Priesteramt); links oben das Segelschiff, Hinweis auf die Missionsreisen des Paulus; links unten die heilige Schrift.
 

II. Im Langhaus der Kirche: Die Verkündigung der Offenbarung durch die Apostel und ihre Nachfolger.
Darstellung jüngstes Gericht (16):
Wiederkunft Christi als Weltenherr am Ende der Welt. Abschluss des Gottesreiches auf Erden - Posaunenengel blasen zum jüngsten Gericht. Sterne fallen vom Himmel, das himmlische Jerusalem, mit den 4 Toren, überschwebt vom Heiligen Geist, steigt vom Himmel hernieder. Unterhalb des thronenden Christus Auferstehung der Toten. Der Stahlhelm auf dem einen Kreuz, weist auf gefallene Soldaten hin. Auf der rechten Seite des erhöhten Herren, die zur Seligkeit Berufenen, auf der linken Seite die Verworfenen.
Darstellung Sakramente (17):
Oben: Hl. Geist, darunter das Lamm Gottes mit dem Kreuz, von dem der Blutkreislauf der Erlösungsgnade hineinfließt in die Kirche, den Leib Christi. Sie ist das Grundsakrament und wendet den Gnadenstrom in den sieben Sakramenten den Menschen zu: Taufe, Firmung, Eucharistie, Bußsakrament, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe
©1997 by Sebastian Kiesel
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Die sieben Werke der Barmherzigkeit

sind an der Seitenwand der Kirche zu sehen. 
Interessant ist die Darstellung der Reliefs. Je nachdem von welcher Seite man darauf schaut ergibt sich ein anderes Bild. So können alle Vorbeigehenden sich selbst fragen, wie würde ich in einer solch konkreten Situation entscheiden. Bin ich der-/die-jenige, der/die sich dem in Not geratenen Nächsten zuwendet oder nicht.
Dürstenden zu trinken geben;         Kranke besuchen;          Gefangene besuchen;    Tote begraben
 

 
Fremde aufnehmen;                         Nackte bekleiden;                                  Hungernde speisen.